Am 11. August 1994 kaufte ein Student in den USA zum ersten Mal über das Internet eine Sting-CD für 12,48 Dollar. Was als Experiment begann, markierte den Urknall des E-Commerce. Gut drei Jahrzehnte später hat sich die Art, wie wir online einkaufen, fundamental geändert. Warum und welche Auswirkungen das hat, zeigte die OMR-Keynote von Vanessa Stützle, CEO von Luqom, und Jannika Bock, Managing Director Retail bei Google, mit dem Titel „Lights, Camera, (Trans)Action: die E-Commerce-Erfolgsregie mit Google AI“.
Im Zentrum der Veränderung steht ein neuer Typus: die super-informierten Konsument*innen. Diese Zielgruppe agiert nicht mehr in isolierten Schritten, sondern bewegt sich in einem fließenden Kontinuum aus Suchen, Streamen, Scrollen und Shoppen – ein Verhalten, das wir als „4S“ bezeichnen. Das macht die Customer Journey für Marketer „predictably unpredictable“ – also vorhersehbar unvorhersehbar.
Doch wo genau holen sich die Menschen eigentlich ihre Inspiration? Die Antwort: auf Google und YouTube. „Unsere Studien belegen, dass 79 Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten in Deutschland täglich YouTube und Google nutzen“,1 sagt Dr. Jannika Bock. Insgesamt summieren sich die Suchanfragen pro Jahr auf über 5 Billionen.2 Doch suchen die Kundinnen und Kunden längst nicht mehr nur mit Text. 25 Milliarden Suchanfragen pro Monat3 starten Verbraucherinnen und Verbraucher über Google Lens, um Produkte, die sie im echten Leben gesehen haben, im Internet zu finden – mit einer klaren Kaufabsicht. Und wer sich auf YouTube inspirieren lässt, markiert einfach mit Circle to Search das Produkt, das er haben will. „56 Millionen Menschen erreichen wir monatlich auf YouTube in Deutschland – über alle Bildschirme hinweg“,4 so die Retail-Spezialistin.
79 Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten in Deutschland nutzen Google und YouTube täglich.1
Egal wie die Menschen suchen, Gemini ist das leistungsfähigste KI-Modell von Google. Er verleiht der Suche eine völlig neue Intelligenz und verwandelt Kaufabsichten in klare Empfehlungen. „Wir stehen heute vor dem wahrscheinlich radikalsten Sprung“, so Jannika Bock. „Die Lücke zwischen Entdeckung und Entscheidung kollabiert. Wenn die Inspiration zuschlägt, wollen wir sofort handeln und lösen dabei in Millisekunden eine Gleichung aus Preis, Vertrauen und Bequemlichkeit.“
Dabei ist künstliche Intelligenz genau das Bindeglied, das Konsumentinnen und Konsumenten diese kognitive Schwerstarbeit abnimmt. Statt stundenlang hunderte von Produkten durchzuscrollen und verschiedene Angebote zu vergleichen, um das perfekte Angebot zu finden, werden sie künftig einen KI-Agenten beauftragen. KI-Agenten analysieren gewaltige Datenmengen in Echtzeit, vergleichen, bewerten und präsentieren den Nutzerinnen und Nutzern anschließend eine für sie individuell kuratierte, hochrelevante Antwort, die dann zum Kauf führt.
Wie stark das die Effizienz im Alltag schon heute steigert, zeigen Marktbefragungen. Nutzerinnen und Nutzer der Übersicht mit KI und des KI-Modus in Deutschland bestätigen, dass sie dank dieser Funktionen Entscheidungen schneller (72 %) und fundierter (66 %) treffen können als bisher.5 Für Marketer hat das eine klare Konsequenz: Sie müssen in jedem dieser Momente überzeugen – im richtigen Format, mit der richtigen Emotion, in der nötigen Skala. Doch die Mühe lohnt sich: Für jeden Euro, den sie in die Google Suche investieren, bekommen sie im Schnitt 6 Euro zurück.6 „Wir nennen das den Gemini-Vorteil“, so Bock.
Für jeden Euro, der weltweit in die Google Suche investiert wird, erhalten Marketer 6 Euro zurück.6
Den Gemini-Vorteil für dich nutzen
Um Marketer dabei zu unterstützen, diesen radikal veränderten Kundenerwartungen nicht nur zu begegnen, sondern sie auch aktiv zu gestalten, hat Google sein Ökosystem weiterentwickelt. Gemini fungiert dabei als das fundamentale Betriebssystem hinter jedem Produkt und macht auch Kampagnen sowie Anzeigen deutlich relevanter und effektiver.
Die strategische Infrastruktur für den Online-Handel der Zukunft ist somit einsatzbereit. Doch wie operationalisieren Händler diese Instrumente? Wie rüsten sie sich für den Agentic Commerce und erschaffen jene hochgradig personalisierten, visuellen Welten, die KI-Agenten und Kund*innen gleichermaßen überzeugen? Niemand beantwortet diese Frage derzeit konsequenter als die Luqom Group, mit Online-Shops wie Lampenwelt, QLF oder Lampemesteren, einer der führenden europäischen Spezialisten im Online-Leuchtenmarkt.
Die Herausforderung: ein riesiger Katalog für eine visuelle Welt
Das Unternehmen stand vor einer Herkulesaufgabe. Denn der Produktkatalog von Luqom listet über 80.000 Artikel. Und die mussten jetzt für diese neue, visuelle Ära fit gemacht werden. Aber was heißt das eigentlich genau?
Wer heute eine neue Lampe für sein Wohnzimmer kaufen will, sucht nicht mehr nur nach Begriffen wie „Stehlampe“ und scrollt anschließend durch endlos lange Suchergebnislisten. Stattdessen führen Konsumentinnen und Konsumenten komplexe Konversationen: „Welche Leuchte taucht mein skandinavisches Wohnzimmer in ein besonders warmes Abendlicht?“ Als Antwort erwartet diese anspruchsvolle Klientel keine sterilen Produkt-Freisteller vor weißem Hintergrund, sondern Lifestyle-Inspirationen in Echtzeit. Gefragt sind Inszenierungen, die das Objekt der Begierde unmittelbar in der gewünschten Atmosphäre präsentieren. „Für uns heißt das: Wir müssen unseren Auftrag neu denken“, sagt Luqom-CEO Vanessa Stützle. „Selbst als Marktführer, der die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt, können wir uns nicht darauf verlassen, nur Antworten auf Suchanfragen zu bieten. Wir müssen als aktiver Begleiter in einer fließenden Customer Journey auftreten.“
Doch hochwertige, individuelle Fotoshootings für 80.000 Produkte zu produzieren – differenziert nach Wohnstilen und länderspezifischen Ästhetiken –, war für Luqom wirtschaftlich und operativ schlichtweg unmöglich. Das Unternehmen benötigte eine skalierbare Lösung, um seinen gesamten Katalog für die visuelle Zukunft des E-Commerce zu wappnen.
Die Lösung: dynamische Lifestyle-Welten mit Google AI erschaffen
In Zusammenarbeit mit der Agentur Digitl entwickelte Luqom einen „GenAI Media Asset Generator“, der auf der Google Cloud-Architektur basiert. Diese Lösung nutzt die neuesten KI-Modelle von Google, um aus einfachen, freigestellten Produktbildern hochwertige Lifestyle-Welten zu erschaffen.
Der Prozess ist in vier Phasen unterteilt:
- Erstellen: Mithilfe der Bilderstellung in Gemini werden die schlichten Produktfotos in ansprechende Umgebungsaufnahmen verwandelt. Eine Lampe, die zuvor auf weißem Hintergrund abgebildet war, hängt nun in einem modernen Wohnzimmer oder beleuchtet einen gemütlichen Lesebereich. Mit dem KI-Video-Tool Veo werden sogar fesselnde 360-Grad-Ansichten und Zoom-Effekte erzeugt, die in dynamischen Feeds die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
- Bewerten: Das Herzstück der Lösung ist eine von Gemini angetriebene „LLM as a Judge“-Pipeline. Dieses KI-gestützte System prüft automatisch die generierten Bilder auf Qualität und Markenkonsistenz. Beeindruckende 90 Prozent der erstellten Assets werden ohne menschliches Zutun freigegeben. Ein „Human-in-the-Loop“-Interface erlaubt dem Team von Luqom zusätzlich eine manuelle Kontrolle und garantiert so die Markensicherheit. Bei der Umsetzung hatten die Projektverantwortlichen einen großen Vorteil: Da das Unternehmen mehr als 60 Prozent seiner Umsätze mit Eigenmarken generiert, lagen exakte Daten über deren physische Beschaffenheit bereits vor. So konnte die KI die generierten Lifestyle-Welten präzise mit der Realität abgleichen.
- Integrieren: Für die Übertragung der Bilder baute das Projektteam eine robuste, skalierbare und ereignisgesteuerte Pipeline auf Basis von Google Cloud. Darüber fließen die durch Gemini erstellten und geprüften Lifestyle-Assets nahtlos in das PIM-System, das CMS und direkt auf die Website.
- Aktivieren: Schließlich werden die neuen Creatives programmatisch in Performance-Max- und Demand-Gen-Kampagnen in Google Ads ausgespielt. Für Marco Schierhorn, Managing Director von Digitl, ist diese nahtlose Verbindung von Google Cloud und Google Ads die eigentliche Innovation des Projekts: „Wir haben Silos eingerissen und ein Ökosystem geschaffen, in dem Daten und Creatives in Echtzeit miteinander kommunizieren“, sagt er. „Das ist der Blueprint für den Agentic Commerce.“
Das Ergebnis: mit Lifestyle-Bildern zu mehr Klick- und Conversion Rates
Um die Wirkung dieser neuen, KI-generierten Inhalte genau zu messen, startete Luqom im März 2026 einen umfangreichen A/B-Test. Seitdem werden rund 300 KI-generierte Lifestyle-Bilder direkt mit den bisherigen Produktfotos in den Kampagnen verglichen, um den Einfluss auf die Klickraten und die Performance zu quantifizieren. Erste Auswertungen zeigen: Die Lifestyle-Bilder holen die Konsumentinnen und Konsumenten in ihrer visuellen Erwartungshaltung genau dort ab, wo rein funktionale Informationen oft versagen. Luqom verzeichnete eine Steigerung der Klicks um 40 Prozent und einen Uplift der Klickrate (CTR) um 43 Prozent.
Schnell zeigte sich, dass die Effektivität von Performance-Max-Kampagnen linear mit der Qualität und Varianz der bereitgestellten Creatives skaliert. Da Luqom nun für zehntausende Produkte hochwertige Lifestyle-Motive für unterschiedliche Kontexte besitzt – etwa die „skandinavische Designerleuchte im lichtdurchfluteten Loft“ –, kann Google AI in jeder individuellen Suchsituation das exakt passende Bild ausliefern. Diese punktgenaue Ansprache löst das Versprechen des Agentic Commerce ein: die kognitive Last der Kundinnen und Kunden zu minimieren, indem die Inspiration bereits die Antwort liefert.
Die riesige Asset-Menge ermöglicht es Luqom zudem, neue visuell getriebene Formate zu bespielen, für die zuvor schlicht das Material fehlte. Die KI-generierten Bilder dienen als Treibstoff, um auf YouTube und in den Discovery-Feeds gezielt Interesse zu wecken, das anschließend über die Suche hocheffizient konvertiert wird. „Früher war die Produktion von länder- und stilrichtungsspezifischen Lifestyle-Bildern für 80.000 Produkte ein Ding der Unmöglichkeit“, sagt Luqom-CEO Vanessa Stützle. „Heute ist die kreative Vielfalt unser Treibstoff für neue Wege der Kundenansprache. Die KI nimmt uns nicht die Arbeit ab, sie gibt uns die Freiheit, Marketing besser und größer zu denken.“
Warum jeder E-Commerce-Händler jetzt umdenken muss
Der Fall Luqom ist mehr als nur ein beeindruckendes Technologieprojekt. Er ist ein Wegweiser für die Zukunft des E-Commerce. Er zeigt, dass große Sprachmodelle (LLMs) weit mehr sind als nur Textgeneratoren. Sie können tief in den Bereich der operativen Kerneffizienz vordringen und Prozesse durch KI skalieren, die bisher als unskalierbar galten.
„Im E-Commerce der Zukunft wird Technologie vom bloßen Werkzeug zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal“, sagt Vanessa Stützle. „Wer heute davor zurückschreckt, seine gewohnten Prozesse radikal infrage zu stellen, wird in einer Welt von KI-Agenten sowie anspruchsvollen Kundinnen und Kunden unsichtbar. Bei Luqom sehen wir die Komplexität der KI nicht als Bedrohung, sondern als Chance für kreative und operative Skalierung unseres Wirkungsbereichs. Mit ihr können wir das Kundenerlebnis signifikant verbessern.“
Auch für andere Unternehmen und Marken ist das Zeitfenster jetzt geöffnet, um diese Chancen zu nutzen und technologische Souveränität in dauerhafte Marktanteile zu übersetzen. Und nie zuvor standen dafür intelligentere Werkzeuge zur Verfügung.
Luqom hat diesen Hebel bereits für sich genutzt: Für den Online-Leuchtenhändler ist die Zukunft des Handels schon jetzt operative Gegenwart.
Key-Takeaways für Marketer und E-Commerce-Entscheider*innen:
- Investiert in Daten & Assets: Eure First-Party-Daten sind die Grundlage für die KI. Nur mit einer sauberen Datenbasis seid ihr in der Lage, die KI-Modelle so zu steuern, dass sie eure Marke korrekt und wirkungsvoll repräsentieren.
- Löst System-Silos auf: Durch die Integration von Google Cloud (Asset-Generierung und Datenhaltung) mit Google Ads (Distribution) entsteht ein geschlossener Kreislauf. Die nahtlose Kommunikation zwischen Daten und Creatives macht Skalierung in Echtzeit möglich und verhilft zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
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Steuert Nachfrage durch KI-Exzellenz: Setzt auf ein vernetztes Kampagnen-Ökosystem, um die „4S-Journey“ (Suchen, Streamen, Scrollen, Shoppen) zu bespielen:
- AI Max zur Erschließung relevanter, konversationsbasierter Suchanfragen.
- Performance Max als Motor zur kanalübergreifenden Umsatzmaximierung.
- Demand Gen, um Inspiration gezielt zu wecken und Nachfrage dort zu skalieren, wo Kund*innen aktiv sind.
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