Sirus Paidar
Bearbeitet: vor 9 Monaten Falls das jemand liest und sich dann überlegt: Moment mal, davor und danach sind nur 5-Sterne Bewertungen. Vielleicht ist der Typ hier ein Einzelfall. Glaube ich nicht, denn wenn man sich die 5-Sterne Rezenzenten anschaut, dann scheinen viele gekaufte zu sein. Die Antworten sind seit Jahren im gleichen Duktus geschrieben und Fluten dann die Rezensionen mit positiven Bewertungen wenn eine negative Bewertung kam.
Finger weg – höchst unseriöse Geschäftspraktiken
Ich kann nur dringend davon abraten, mit BCS Mobile Geschäfte zu machen.
Ich wurde im Oktober telefonisch und ohne vorherigen Kontakt akquiriert. Bereits hier begann es unerquicklich: Eine unverbindliche Zusendung von Tarifinformationen war angeblich nicht möglich. Stattdessen sollte ich zunächst eine Beispielrechnung einreichen – was ich auch tat – und anschließend wurde direkt ein Online-Termin angesetzt.
In diesem Videocall präsentierte mir ein Mitarbeiter („Herr R.“) ein angeblich maßgeschneidertes Angebot: Wechsel von O2 zur Telekom, zwei Unlimited-Tarife inklusive Zusatzkarten (insgesamt sechs Karten). Die monatlichen Kosten sollten rund 20 € höher liegen als zuvor, was angesichts des Providerwechsels und der Unlimited-Tarife für mich plausibel erschien.
Auffällig war jedoch, dass die Verträge nicht in Ruhe zur Prüfung zugesendet wurden. Stattdessen wurde ich während des Videoanrufs auf einen Link gedrängt, über den sämtliche Dokumente sofort online zu unterschreiben waren. Eine entspannte Durchsicht war faktisch nicht möglich.
Auf meine kritische Nachfrage zum laufenden Altvertrag (noch bis Oktober 2026) wurde mir versichert, es gäbe eine sogenannte „Wirtschaftlichkeitsvereinbarung“. Erst wenn die Kosten des Altvertrags kompensiert seien, würde die Umstellung greifen. Eventuelle Mehrkosten sollten durch Herabstufung und Gutschriften ausgeglichen werden. Mir wurde ausdrücklich zugesichert, dass mir keine Doppelbelastung entsteht.
Auch die ungewöhnlich günstigen Konditionen wurden mit einem angeblichen Rahmenvertrag erklärt – was man glauben kann, aber zumindest erklärungsbedürftig ist.
Nach Vertragsabschluss vergingen rund vier Wochen, bis überhaupt ein Umstellungsdatum genannt und SIM-Karten versendet wurden. In dieser Zeit war mein vorher sehr präsenter Ansprechpartner plötzlich nicht mehr erreichbar. Zufällig fiel diese Verzögerung exakt in den Zeitraum nach Ablauf des Widerrufsrechts – das mag Zufall sein, hinterlässt aber einen bitteren Beigeschmack.
Beim Kündigungsschreiben fiel mir zudem auf, dass meine Hauptrufnummer fehlte. Erst nach eigenem Nachbessern wurde mir lapidar mitgeteilt, das sei „ein Versehen“ gewesen. Ergebnis: Meine Hauptnummer wurde erst Wochen später portiert.
Spätestens hier wurde es absurd:
Bei der Aktivierung einer eSIM wurde mir ein 5-GB-Tarif angezeigt – obwohl ich angeblich Unlimited haben sollte. Laut BCS handelte es sich um eine „Fehlkonfiguration“. Kurz darauf war der Tarif online gar nicht mehr einsehbar. Der Anbieter Freenet teilte mir telefonisch mit, dass kein Unlimited-Tarif existiert, sondern lediglich ein 20-GB- und ein 5-GB-Tarif. BCS wiederum behauptete weiterhin, alles sei korrekt umgestellt.
Die Abrechnungen waren ebenso chaotisch: Zunächst unvollständig, dann plötzlich 50 € monatlich teurer als vereinbart. Parallel liefen meine alten O2-Verträge weiter – ich zahlte also für einen neuen, deutlich teureren Vertrag und für einen alten Vertrag, den ich faktisch nicht mehr nutzen konnte.
Der endgültige Anlass für diese Rezension: Ich erhielt kürzlich eine Warnung, dass mein Datenvolumen zu 80 % aufgebraucht sei. Ein klarer Beleg dafür, dass ich nach wie vor keinen Unlimited-Tarif habe – entgegen aller Zusicherungen.
Fazit:
Entweder herrscht bei BCS ein erschreckendes Maß an Inkompetenz – oder man nimmt es mit Transparenz und Verlässlichkeit nicht sonderlich genau. Beides ist für einen Mobilfunkanbieter inakzeptabel. Für mich wirkt das Vorgehen in Summe hochgradig unprofessionell und unseriös.